DeFi-Markt knack die 7 Milliarden US-Dollar – 6 Projekte vereinnahmen 90 Prozent

Überblick: 

  • Der DeFi-Hype ist nach wie vor ungebrochen
  • Nun wurde die 7 Milliarden US-Dollar-Marke geknackt
  • Lediglich 6 Projekte beanspruchen 90 Prozent des Kapitals für sich

Nach wie vor kennt der DeFi-Boom kein Halten mehr. Kaum haben die Medien über das Erreichen der Gesamtkapitalmarke von 6 Milliarden US-Dollar berichtet, knackt der DeFi-Sektor auch schon die 7 Milliarden US-Dollar-Marke. Damit schoss der Markt nun bereits um fast 300 Prozent nach oben – in nur 2 Monaten. Einzelne DeFi-Projekte legen teilweise sogar Kurszuwächse im vierstelligen Prozentbereich zu. Bei genauer Betrachtung fällt zudem auf, dass lediglich sechs DeFi-Anwendungen 90 Prozent des Gesamtkapitals vereinnahmen.

Wir fassen das aktuelle Geschehen rund um den DeFi-Hype zusammen.

DeFi-Sektor nun 7 Milliarden US-Dollar schwer

Der Bitcoin konnte seinen Ruhm nach den Kurszuwächsen der letzten Wochen kaum gebührend feiern. Das lag vor allem an den ebenfalls raketenhaften Aufstieg des DeFi-Sektors. Dieser umfasst Anwendungen aus dem Bereich der dezentralen Finanzdienstleistungen, die klassische Instrumente aus dem Finanzwesen auf die Blockchain bringen. Zu den bekanntesten Projekten zählen Aave (LEND), MakerDAO (MKR), Compound (COMP) und Yearn.finance (YFI). Erst kürzlich gab es nach langer Zeit einen Wechsel an der Spitze der größten Projekte in der DeFi-Welt. Aave überholte nach einem deutlichen Pump Maker und stieg an die Spitze der Anwendungen mit dem meisten vereinnahmten Gesamtkapital auf.

Das Gesamtkapital aller DeFi-Projekte stieg nun auf über 7 Milliarden US-Dollar an (7,23 Milliarden US-Dollar; Stand 27.08.2020). Auf Twitter und in den Google Trends lässt sich nach wie vor ein ungehaltenes Interesse an Meldungen rund um die führenden DeFi-Token beobachten und der DeFi-Hype in noch voll im Gange. Allein in den letzten zwei Monaten stieg das Gesamtkapital des Sektors um 271 Prozent. Bis zum Jahresende würde ein gleichbleibendes Wachstum das gebundene Kapital auf unglaubliche 27 Milliarden US-Dollar hochschrauben. Nicht wenige sehen da Parallelen zu dem Hype um Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum und Ripple während der Hochphase Ende 2017. Daher stellt sich die Frage, ob dem DeFi-Sektor ein ähnliches Schicksal ereilen könnte.

DeFi-Hype
Die führenden DeFi-Projekte im Vergleich (Quelle)

Lediglich 6 Projekte teilen sich 90 Prozent des Gesamtkapitals

Daten der Experten von DeFi Pulse zeigen, dass lediglich die sechs führenden Projekte aus diesem Sektor rund 90 Prozent des Gesamtkapitals für sich beanspruchen. Demnach besteht eine große Gefahr, dass einzelne Projekte in kürzester Zeit den Markt zusammenbrechen lassen können. Und völlig ausgeschlossen ist das nicht, wie jüngst am Beispiel des Tokens Yam Finance (YAM) zu erkennen ist. Das DeFi-Projekt fiel nach einem technischen Problem komplett zusammen und erlitt einen Totalverlust. Derzeit sieht die Verteilung des Gesamtkapitals in der DeFi-Welt wie folgt aus:

  1. Aave (LEND) mit 1,50 Mrd. USD
  2. MakerDAO (MKR) mit 1,43 Mrd. USD
  3. Curve Finance mit 1,19 Mrd. USD
  4. Synthetic (SNX) mit 859 Mio. USD
  5. Yearn.finance (YFI) mit 856 Mio. USD
  6. Compound (COMP) mit 804 Mio. USD

 

Der Gedanke hinter den dezentralen Finanzdienstleistungen ist absolut korrekt und kann einen wichtigen Part in der Welt der Kryptowährungen einnehmen. Dennoch ist der derzeitige Hype unter den Anleger mit Sorge zu betrachten. Bekannte Persönlichkeiten, wie Ethereum-Gründer Vitalik Buterin, äußerten ihre Bedenken. Das Ethereum-Netzwerk, welches die Basis fast aller DeFi-Projekte ist, arbeitet derzeit auf Hochtouren und die Transaktionskosten steigen. Derzeit spricht nichts dafür, dass der Hype um den DeFi-Sektor abzukühlen scheint. Fast täglich lassen sich neue All Time Highs beobachten und Token wie Aave (LEND) weisen plötzliche Kursanstiege im zweistelligen Prozentbereich auf.

Droht die Blase infolge des DeFi-Hype zu platzen?

Der DeFi-Sektor ist längst keine Nische mehr. Das Lending, also das Verleihen von Kryptowährungen gegen eine Rendite, boomt und findet in der breiten Masse Akzeptanz. Projekte aus diesem speziellen Bereich vereinnahmen bereits im Alleingang fast 4 Milliarden US-Dollar des Gesamtkapitals. Längst zeigt der Markt Anzeichen einer klassischen Blase. Gigantisches Wachstum einer noch völlig neuen und unerprobten Technologie, unklare Zukunftsaussichten und ein wahrer Medienhype sind selten Grundlagen eines nachhaltigen Wachstums. Doch kann dennoch niemand mit völliger Sicherheit sagen, dass die DeFi-Blase platzen wird und die Kurse einem Trümmerfeld gleichen werden. Zu Beginn der meisten Technologien beherrschen Spekulanten den Markt. Nicht immer endet das in einem Crash. Vor allem bei Technologien, die sich durchsetzen können, kühlt der Markt nicht selten einfach nur ab.

Zusammenfassung: DeFi-Hype boomt weiter – 6 Projekte dominieren den Markt

Der Sektor der dezentralen Finanzdienstleistungen hat mit einem Gesamtkapital von 7 Milliarden US-Dollar die nächste große Hürde in Rekordzeit überwunden. Nach wie vor ist das Interesse an den DeFi-Projekten ungebrochen und einzelne Token auf Ethereum-Basis erfreuen Anleger mit riesigen Kurszuwächsen.

Doch für Besorgnis könnte ein Blick auf die Verteilung des gesamten Kapitals führen. Lediglich sechs Projekte beanspruchen fast 90 Prozent der 7 Milliarden US-Dollar für sich. Demnach schultert das Risiko des Sektors auf wenigen, einzelnen Projekten. Dieser Umstand führt in Kombination mit dem rasanten Anstieg der Kurse für aufkeimende Diskussionen rund um eine DeFi-Blase.

Noch ist völlig unklar, ob sich die Spekulationen in naher oder ferner Zukunft bewahrheiten könnten. Noch sieht es nicht danach aus, als würde sich der Markt beruhigen oder ein herber Rückschlag drohen. Derzeit kennt der Sektor nur den Weg in eine Richtung – nach oben.



Über den Autor

Jens interessierte sich bereits während seines Studiums im Bereich Wirtschaftsinformatik für die Themen Kryptowährungen und Blockchain-Technologie. Bis heute begleitet ihn die Materie in seinem Alltag und Berufsleben und er ist als Autor für Ratgeberartikel und Nachrichten aus dem Blockchain- und Digitalisierungsumfeld tätig.

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