Blockchain-on-a-SIM macht IOTA Konkurrenz


Überblick:

  • IOTA ist nach wie vor der Marktführer im IoT-Sektor
  • Innovative Idee aus Deutschland könnte den Markt aufmischen
  • Blockchain-on-a-SIM bietet Plattform und Lösung in einem

Nicht nur Unternehmensberatungen und Marktforschungsunternehmen sprechen dem Internet der Dinge eine wichtige Rolle in der Zukunft zu. Auch einige Blockchain-Projekte setzen ihren Fokus auf Lösungen im Bereich der Maschine-zu-Maschine-Kommunikation. Einer der Vorreiter in diesem Sektor ist die Kryptowährung IOTA. In der noch jungen Geschichte der Blockchain-Technologie gehört IOTA mit seiner Veröffentlichung im Jahr 2015 schon zu den „alten Hasen“. Doch während IOTA lange Zeit praktisch konkurrenzlos agieren konnte, wollen zwei deutsche Unternehmen gemeinsam frischen Wind in die Szene bringen.

Konkurrenz belebt das Geschäft – Mitstreiter drängt in den IoT-Markt

Die auf Bezahlprozesse in der Maschine-zu-Maschine-Kommunikation ausgerichtete Kryptowährung IOTA hat sich auch außerhalb des Internet of Things (IoT) einen Namen gemacht. IOTA verwendet keine Blockchain auf Basis einer verketten Liste, sondern einen gerichteten azyklischen Graphen – den sogenannten „Tangle“. Erklärtes Ziel der IOTA Foundation, dem Unternehmen hinter der digitalen Währung, ist die Implementation von IOTA als Standard im Bereich der direkten Kommunikation zweier oder mehr Maschinen. Insbesondere Supply-Chain-Prozesse können von den Stärken IOTAs profitieren. Doch auch andere Unternehmen haben die Synergien von Blockchains und Lieferketten erkannt und drängen mit eigenen Technologien in den Markt.

Trotz der noch recht jungen Geschichte der Blockchain-Technologie sind die Projekte bereits heute branchen- und produktübergreifend im Einsatz. Neben klassischer Bezahlsysteme erfreuen sich vor allem Projekte aus der Logistik und dem Güterverkehr großer Erfolge. Lieferketten sind längst keine analogen Vorgänge mehr und papier- und kartenbasierte Prozesse wurden vollumfänglich digitalisiert. Durch GPS-Überwachung, RFID-Technologie und softwaregestützter Disposition sind Prozessen dieser Art keine Grenzen in Bezug auf Flexibilität und Skalierbarkeit gesetzt.

Die Entwickler von IOTA, darunter der Südtiroler Dominik Schiener, haben diesen Trend erkannt und eine übergreifende Lösung in der Kommunikation zwischen Maschinen geschaffen. Durch Kooperationen mit der Software AG oder Standards, wie beispielsweise eCl@ss, bekräftigte IOTA in der jüngeren Vergangenheit seine Bemühungen, sich als übergreifender Industriestandard zu etablieren. Bislang galt IOTA weitestgehend als Platzhirsch, jedoch drängt mit der Kollaboration der Unternehmen 1NCE und Ubrich ein neuer Konkurrent in den Markt.

Kölner Unternehmen entwickeln die Blockchain-on-a-SIM

Das Kölner Unternehmen 1NCE arbeitet mit der Telekom an der Entwicklung von SIM-Karten, die speziell im IoT-Sektor ihren Einsatz finden. Das Start-up bedient sich zu diesem Zweck ebenfalls der Blockchain-Technologie und sichert auf diesem Weg die Datenintegrität. Gemeinsam mit dem Sicherheitsdienstleister Ubrich, welcher seine Expertise in der Sicherung von Blockchain-Netzwerken anbietet, arbeiten die Unternehmen an einer Blockchain-on-a-SIM. Das Projekt stellt also nicht nur die technische Grundlage in Form eines Netzwerkes bereit, sondern liefert mit entsprechenden SIM-Karten auch gleich die passende Hardware.

Mehrere Sim-Karten auf einem Haufen
Bild von PublicDomainPictures auf Pixabay

Die Lösung soll in Maschinen aller Art integriert werden, welche anschließend miteinander kommunizieren und den Daten- und Transaktionsaustausch über die Blockchain von 1NCE abwickeln. Die Kommunikation wird über das von Ubrich entwickelte „Vertrauensprotokoll“ und durch Verschlüsselungsverfahren vor Manipulationen geschützt. Die Maschinen erzeugen Mikrozertifikate, welche in Merkle Trees (deutsch: Merkle-Bäume) gesichert werden und somit einen manipulationssicheren Datensatz bilden. Der Merkle-Baum ist ein Konstrukt aus der Kryptographie, welcher mittels Hash-Funktionen die Integrität von Daten gewährleistet.

Die Idee kommt an – erste Interessenten an der Blockchain-on-a-SIM

Die beiden Unternehmen beschreiben ihr Vorhaben als „[…] Blockchain, die direkt von der Quelle der Datenerzeugung ausgeht.“. Die Einsatzzwecke erstrecken sich über sämtliche Bereiche des Internet of Things und auch konkrete Pilotprojekte befinden sich bereits in der Umsetzung. Vor allem in der Bereitstellung von Dienstleistungen über Smart Contracts könnte diese Lösung zum Einsatz kommen. Versicherungsunternehmen könnten Geräte mit der Technologie ausstatten und darüber relevante Informationen abrufen und Versicherungsfälle klären.

Marcus Eibach, Projektleiter 5G bei der Deutsche Messe AG in Hannover, sieht in Blockchain-on-a-SIM ein Geschäftsmodell, welches IoT-Geräte im großen Maßstab vernetzen und völlig neue Möglichkeiten in diesem Sektor eröffnen kann. In welchen konkreten Anwendungsfällen er die Technologie im eigenen Unternehmensumfeld sieht, ließ er zunächst noch offen. Jedoch hob er die Sicherheit der Blockchain-basierten Lösung hervor. Durch den Einsatz von Blockchain-on-a-SIM wird sich das Interesse von IoT-Herstellern an dem Messestandort Hannover sicherlich deutlich erhöhen.

Fazit: IOTA ist nach wie vor das Maß aller Dinge – doch die Konkurrenz schläft nicht

IOTA mischt mit frischen und innovativen Ansätzen die Kryptoszene auf und hat das Potenzial, den Güterverkehr und Lieferketten zu revolutionieren. Die auf den Einsatz in IoT-Geräten fokussierte digitale Währung verlagert die Maschine-zu-Maschine-Kommunikation auf die Blockchain und sorgt somit für einen performanten Austausch von Daten, Informationen und Transaktionen.

Während IOTA durch starke Kooperationen seinen Platz am Markt gefestigt hat, sorgt die Kollaboration zweier Kölner Unternehmen für Aufsehen. Das Start-up 1NCE und der Blockchain-Spezialist Ubrich wollen die Blockchain auf SIM-Karten bringen, welche ihren Einsatz in smarten Geräten finden sollen. Dadurch wird nicht nur die infrastrukturelle Basis in Form eines Netzwerkes gestellt, sondern auch gleich die passende Hardware geboten.

Erste Interessenten haben bereits angekündigt, sich intensiv mit der Blockchain-on-a-SIM auseinanderzusetzen. Darunter die in Hannover ansässige Deutsche Messe AG. Sollte die Idee auch in der Praxis überzeugen, kann die Lösung der deutschen Unternehmen ein ernst zu nehmender Konkurrent für den Platzhirsch IOTA werden.



Über den Autor

Jens interessierte sich bereits während seines Studiums im Bereich Wirtschaftsinformatik für die Themen Kryptowährungen und Blockchain-Technologie. Bis heute begleitet ihn die Materie in seinem Alltag und Berufsleben und er ist als Autor für Ratgeberartikel und Nachrichten aus dem Blockchain- und Digitalisierungsumfeld tätig.

eToro-Icon

eToro

200€

Mindesteinzahlung

Besuchen »

75% der privaten CFD-Konten verlieren Geld.


Plus500-Icon

Plus500

100€

Mindesteinzahlung

Besuchen »

76,4% der CFD-Kleinanlegerkonten verlieren Geld.

Schreibe einen Kommentar



Melden Sie sich zu unserem Newsletter an:
Melden Sie sich jetzt zu unserem Newsletter an und erhalten Sie alle brandneuen Informationen rund um das Thema Kryptowährungen bequem per Mail in Ihr Email Postfach. Garantiert kostenlos und ohne Spam!