Im Interview: Der wissenschaftliche Index für Kryptowährungen aus Deutschland

Willkommen bei der Coin-Ratgeber Interviewreihe “Krypto-Kryptos-Kryptowährungen”.

Wir unterhalten uns regelmäßig mit interessanten Projekten und Persönlichkeiten aus dem deutschsprachigen Kryptowährungsbereich.

Heute sprechen wir mit Florian, Managing Partner der F5 Crypto Capital aus dem “Krypto-Valley” Berlin. Speziell wollen wir heute tiefer in die Materie der Indexe für Kryptowährungen vordringen.


Coin-Ratgeber.de: Florian, besten Dank dass du dir für dieses Interview Zeit genommen hast. Über die F5 Website sowie die letzten News von BTC-Echo kann ich entnehmen, dass eure Firma derzeit sehr aktiv im Kryptomarkt mitmischt. Erfährt dein Unternehmen nach der positiven Berichterstattung auch konkretes Interesse?

Florian: Zu Beginn, vielen Dank für die Einladung. Im Vergleich mit anderen Kryptoprojekten, die massig in Marketing investieren, sind wir ein relativ bescheidenes und vor allem realistisches Startup. Natürlich freuen wir uns deshalb umso mehr, dass unsere Arbeit von der unabhängigen Presse Aufmerksamkeit erhält und honoriert wird. Qualität setzt sich letztendlich durch, auch in der Kryptoszene. Gerade nach der Nennung bei BTC-Echo haben wir zahlreiche Anfragen zu unserem Hauptprodukt, dem F5 Crypto Index, erhalten. Die Inbox war voll.

„Qualität setzt sich letztendlich durch, auch in der Kryptoszene.“

Coin-Ratgeber.de: Der F5 Crypto Index ist euer Aushängeschild, dazu kommen wir jedoch später. Wie sieht eure Unternehmensstruktur aus, wer seid ihr?

Florian: Wir besitzen ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zu vielen unserer Mitstreiter. Wir sind im Kryptozirkus schon seit 2013 aktiv und haben viele Höhen, aber auch Tiefen miterlebt und überlebt. Wir bezeichnen uns deshalb als wahre Experten im Krypto-Universum und haben ein breitgefächertes Know-How in der Branche. Konkret sind wir 4 Gründer, die alle aktiv bei der F5 Crypto Capital arbeiten. Wir besitzen Universitätsabschlüsse sowie diverse Erfahrungen in etablierten Unternehmen aus der Welt der Banken, Unternehmensberatungen, E-Learning Plattformen, E-Gaming Plattformen sowie der Vermögensverwaltungen. Es ist eine gesunde und sich ergänzende Mischung aus FinTech und Entrepreneurship. Hinzu kommt mit Prof. Hermann Elendner von der Humboldt-Universität ein wissenschaftlicher Beirat hinzu. Ebenso beschäftigen wir Freelancer für ausgewählte Beratungsprojekte und für Aufgaben innerhalb der Firma.

Coin-Ratgeber.de: Wir sind vor allem durch euren wissenschaftlichen Index für Kryptowährungen auf euch aufmerksam geworden. Was verbirgt sich denn genau dahinter und wozu benötigt man eigentlich einen Index in dieser Branche?

Florian: Generell ist ein Index eine Strategie die ein Portfolio an Anlagemöglichkeiten zusammenfasst. Ein bekannter Index wie der DAX oder der S&P500 bildet die größten Unternehmen nach Marktkapitalisierung ab. Jene Indexe sind die Basis für Finanzprodukte wie Zertifikate oder ETFs. Investoren können so diversifiziert investieren, obwohl sie lediglich in ein Produkt investieren. Es kann als passives Investieren bezeichnet werden, wobei nach stabilen Erträgen gesucht wird. Ein Index für Kryptowährungen bildet ein Portfolio an Krypto-Assets wie Bitcoin, Ethereum oder IOTA ab, mit dem Ziel den Kryptomarkt und die Blockchain-Technologie möglichst umfassend abzudecken. Bisher existiert kaum ein wohl durchdachter Index im Kryptowährungsbereich, schon gar nicht ein Index mit einem wissenschaftlichen Ansatz. Ein weiteres Anwendungsgebiet für einen Index ist die Funktion als “Benchmark”, also als ein Vergleichswert für anderen Anlageklasse oder auch einzelne Kryptowährungen. Gemeinsam mit Professor Hermann Elendner der Humboldt-Universität zu Berlin haben wir aufgrund der Nachfragen und Notwendigkeit den ersten wissenschaftlichen Index für Kryptowährungen entwickelt – den F5 Crypto Index.

„Bisher existiert kaum ein wohl durchdachter Index im Kryptowährungsbereich“

Coin-Ratgeber.de: Wie “performed” der F5 Crypto Index?

Florian: Das Ziel ist es, den Markt weitestgehend abzubilden. Aufgrund unseres wissenschaftlichen Ansatzes haben wir ein Methode entwickelt, die es nicht nur ermöglicht den Markt breit abzudecken mit einem optimierten Risiko/Rendite (Sharpe Ratio) Verhältnis, sondern auch eine Outperformance gegenüber anderen Benchmarks wie Ethereum, Bitcoin oder dem CRIX-Index zu erzielen. In der folgenden Illustration erkennen Sie die Performance des F5 Crypto Indizes seit Beginn der Aufsetzung am 15.08.2018.

F5-Krypto-Index-Performance

 

Coin-Ratgeber.de: Der Graph spricht natürlich für sich. Wurde diese “Performance” auch gebacktested auf einen längeren Zeitraum?

Florian: Natürlich, auch hierzu kann ich Ihnen Daten anbieten. Generell messen wir nicht nur die Performance, sondern auch zahlreiche andere Maße wie Risikokennzahlen: Volatilität, Sharpe-Ratio, Value-at-Risk, Conditional-Value-at-Risk, max. Drawdown oder Upside-Frequency. Als einziges Krypto-Asset hat uns Ethereum “outperformed”. Hier ist anzumerken, dass jedoch das Risiko-Rendite Verhältnis wesentlich schlechter ist, als bei unserem F5 Crypto Index für den gleichen Zeitraum. Die folgende Illustration hat ein Backtesting seit dem 01.01.2017 betrieben. Ebenso existiert auf der F5 Website ein detaillierter Blogpost zu diesem Thema.

F5-Krypto-Index-Backtracking

„Als einziges Krypto-Asset hat uns Ethereum outperformed“

Coin-Ratgeber.de: Wie viele und welche Kryptowährungen sind im Index vertreten?

Florian: Derzeit besitzt der F5 Crypto Index 12 Indexmitglieder. Jene Anzahl an Mitgliedern garantiert einen ausreichenden Diversifikationseffekt und bildet das Marktgeschehen breit ab. Die Anzahl der Indexmitglieder können aufgrund von aktiven Managemententscheidungen erhöht oder verringert werden.

F5-Krypto-Index-Coin-Abdeckung

Coin-Ratgeber.de: Und wie sind diese 12 Indexmitglieder genau untereinander gewichtet? Du hatten angesprochen, dass einige etablierte Indexe sich anhand der anteiligen Marktkapitalisierung der Unternehmung orientieren. Ist dies beim F5 Crypto Index ähnlich?

Florian: Ähnlich trifft es gut. Wir scannen und zeichnen die Daten der Top 100 Kryptowährungen täglich auf. Wir besitzen also eine gewaltige Menge an Daten, die für die Indexberechnung und Forschungen notwendig sind. Jedes Quartal wählen wir derzeit die Top 12 Kryptowährungen nach Marktkapitalisierung aus. Mit diesen arbeiten wir dann weiter und gewichten sie nach unseren entwickelten, wissenschaftlichen Methoden. Grob gesagt, folgt eine Gleichgewichtung der 12 Indexmitglieder und anschließend kombinieren wir diese Allokation mit einem für Kryptowährungen hoch relevanten Momentumfaktor. Der Momentumfaktor ist so neuartig und innovativ, dass ich ihn hier nicht genauer thematisieren darf. Es ist sozusagen unser Coca-Cola Geheimrezept und beachtet den Trend einer Kryptowährungen über einen gewissen Zeitraum in Relation zu den anderen Kryptowährungen. Jenes Verhältnis wird in der Gewichtung der Kryptowährung im Index berücksichtigt.

„Der Momentum-Faktor ist unser geheimes Coca-Cola Rezept“

Coin-Ratgeber.de: Persönlich bin ich ein Fan von Monero, jedoch sehe ich diesen Coin gar nicht bei euch im Index, obwohl er zu den größten gemäß Marktkapitalisierung angehört. Was hat es damit auf sich?

Florian: Ein guter und wichtiger Punkt. Unser F5 Crypto Index hat das Ziel auch wirklich für Finanzprodukte in der Praxis genutzt zu werden. Damit dies geschieht, müssen wir uns an die zentralisierten Gesetzgeber und potentiellen Kunden wie Banken orientieren. Im Fall von Monero handelt es sich um einen Privacy Coin, der komplette Anonymität gewährt. Theoretisch könnten hiermit kriminelle Aktivitäten, wie wohlgemerkt mit jeder anderen Fiat-Währung (Euro, US-Dollar) auch, durchgeführt werden. Investoren wollen sich mit dieser potentielle Unsicherheit nicht herumschlagen, somit sagen viele Banken, wir wollen mit Monero oder ZCash nichts zu tun haben. Monero in den Index mit aufzunehmen würde für uns heißen, der Index wird in der Praxis nicht benutzt. Hinzu haben wir auch weitere Ausschlusskriterien für weitere Kryptowährungen definiert. All unsere Indexmitglieder müssen multi-signature kompatibel sein, keine Stablecoins sein sowie keine erwiesenen Betrugsschemen enthalten.

Coin-Ratgeber.de: Das klingt alles sehr sinnvoll. Die anscheinend gut durchdachte Herangehensweise ist im Kryptosektor keine Selbstverständlichkeit. Euer online verfügbares Whitepaper hat Hand und Fuß. Zahlen sich alle diese Mühen auch aus und stoßt ihr auf Interesse?

Florian: Da es derzeit keinen vergleichbaren, wissenschaftlichen Index für Kryptowährungen gibt, besitzen wir ein starkes USP. Wir erhalten regelmäßig Anfragen von Unternehmen, die mehr über den Index und die Lizenzierung erfahren wollen. Der aktuell größte Erfolg ist es, dass der F5 Crypto Index als Basiswert eines Krypto-Index-Zertifikates einer europäischen Bank genutzt wird. Dieses Zertifikat ist ausschließlich für professionelle Investoren erwerbbar. Genaue Infos können dazu auf unserer Website www.f5crypto.com eingesehen werden. Persönlich freut es mich, dass Kryptowährungen nun von größeren Playern im Markt gekauft werden können, ohne sich um die Verwahrung, den Handel, die Allokation, das Rebalancing und die legalen Aspekte kümmern zu müssen. Es ist ein Meilenstein für europäische Investoren, die ihr Portfolio weiter diversifizierungen wollen und in einer der trendigsten Branchen finanziell partizipieren wollen.

Coin-Ratgeber.de: Dies ist doch ein schönes Schlusswort. Uns würde es freuen, sich zu einem späteren Zeitpunkt nochmal zusammenzufinden für ein Interview, um die weiteren Entwicklungen des Indexes, aber auch der Firma F5, erneut zu durchleuchten. Vielen Dank für das Interview.

Florian: Gerne und besten Dank für das Interview und die zielgerichteten Fragen.



Über den Autor

Christian ist seit 2016 in der Krypto-Szene aktiv und interessiert sich besonders für Spieltheorie und die Anwendungsmöglichkeiten von DLT im Internet der Dinge.

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