China: Seit 2017 wurden 173 Krypto-Börsen geschlossen


Überblick:

  • Chinas Regierung geht weiterhin gegen Krypto-Börsen vor
  • Seit 2017 insgesamt 173 Börsen geschlossen
  • Blockchain-Technologie wird gefördert, aber Kryptowährungen dämonisiert

Wenn es um Politik geht, sollte man die Themen “Blockchain” und “Kryptowährungen” immer trennen.

Ein Paradebeispiel dafür ist China. Die chinesische Regierungsführung spricht sich zwar seit geraumer Zeit für ein Fördern der Blockchain-Technologie aus.

wenn es aber um den regulären Handel mit Kryptowährungen geht, wird eine ganz andere Position eingenommen.

China schloss seit 2017 über 170 Krypto-Börsen

DCEP-coin

So gab es kürzlich eine landesweite Razzia gegen Krypto-Börsen, da illegale Aktivitäten im Zusammenhang mit Bitcoin & Co. wieder zugenommen haben.

Laut dem China Financial Stability Report (2019), der kürzlich von Chinas Zentralbank People’s Bank of China (PBoC) veröffentlicht wurde, wurden seit 2017 173 Krypto-Börsen geschlossen, die zuvor im Land der Mitte tätig waren.

Die öffentlichen Äußerungen von Xi Jinping hatten der Spekulation und den illegalen Aktivitäten mit Krypto-Bezug neuen Aufwind verschafft. Anscheinend haben sich viele Akteure aufgrund der jüngsten Ereignisse in Sicherheit gewogen und begannen, fragwürdige Geschäftsmodelle umzusetzen.

In China gibt es ca. 28.000 Blockchain-Unternehmen im weitesten Sinne. Ein anderer Bericht der PBoC besagt, dass davon jedoch nur 4.000 Unternehmen tatsächlich einen direkten Bezug zur Blockchain-Technologie haben. Die restlichen Unternehmen waren eher darauf aus, via eigener Kryptowährung oder einem Token (illegales) Fundraising zu betreiben.

Peking, Shanghai, Shenzhen: Chinas Großstädte nehmen Vorreiterrolle ein

blockchain

Vor diesem Hintergrund haben Großstädte wie Peking, Shanghai und Shenzhen die Führung übernommen um gegen Krypto-Spekulation und betrügerische Unternehmen vorzugehen, die in den letzten Wochen das Thema “Blockchain” als Marketing-Instrument einsetzten, ohne ein Technologie-Unternehmen zu sein.

Die Absicht der Regulierungsbehörden ist es, genau gegen diese Unternehmen vorzugehen. Krypto-Börsen tragen die Hauptlast des regulatorischen Drucks und sind dadurch im Fokus der chinesischen Regulierungsbehörden.

Einige kleine aber in China bekannte Krypto-Börsen, wie BISS und MXC, wurden untersucht beziehungsweise im Falle von BISS geschlossen und das offizielle Weibo (Twitter-Äquivalent in China) Konto der Binance Exchange wurde gesperrt.

Im Falle von Binance kam es in der Community zu einem handfesten Streit mit dem beliebten Krypto-Magazin “The Block”. Das Magazin berichtete von einer Razzia im Binance Büro in Shanghai.

Jedoch wurde dieses Büro laut CZ (Binance CEO) bereits Anfang 2017 geschlossen und diente später lediglich als Büro für ausgelagerte Mitarbeiter des Kundendienstes.

BISS Exchange geschlossen und Mitarbeiter verhaftet

biss exchange

Eine der kürzlich geschlossenen Krypto-Börsen ist die BISS Exchange, wie lokale chinesische Medien am 22. November berichteten. Dabei wurden anscheinend 10 Personen verhaftet, die für die Börse gearbeitet haben sollen.

Quellen sagen, dass der Betrieb der BISS Exchange nach einer Anfrage der chinesischen Aufsichtsbehörden geschlossen wurde, da gewisse Vorschriften nicht eingehalten wurden. Die Verhaftung der Mitarbeiter zeigt die Ernsthaftigkeit hinter den Bemühungen der chinesischen Politik.

Nicht alle chinesischen Krypto-Börsen im Fadenkreuz

Abgesehen von Binance sind große Krypto-Börsen wie OKEx und Huobi bisher nicht betroffen und operieren weiterhin. Ein Grund dafür können enge Beziehungen zu der Regierung sein.

Anfang 2018 verkündete Star Xu, Gründer von OKEx, dass er bereit sei, das Unternehmen jederzeit an das Land zu spenden. Huobi hat seit letztem Jahr eine CKP (Chinesische Kommunistische Partei) Niederlassung innerhalb des Unternehmens eingerichtet, was bedeutet, dass das Unternehmen in gewissem Maße von der lokalen politischen Behörde unterstützt wird.

Das Vorgehen der chinesischen Regierung wird von vielen auch als Vorbereitung auf die bald erscheinende digitale Währung DCEP der Zentralbank interpretiert. Es ist offensichtlich, dass China den Bitcoin meiden, aber eine staatlich kontrollierte digitale Währung einführen möchte.

Im Anschluss an den China Financial Stability Report (2019) veröffentlichte die PBoC auch eine Infografik, die besagt, dass die Blockchain-Technologie entwickelt werden sollte, während die Spekulation mit Kryptowährung unterbunden werden soll.

Fazit: Blockchain ja, Kryptowährungen nein!

Die Ereignisse zeigen ganz klar, dass China keinesfalls darauf aus ist, den Sektor der Kryptowährungen zu fördern, ganz im Gegenteil. Während die Blockchain-Technologie unterstützt wird, wird alles unternommen um den Handel und die Spekulation mit Kryptowährungen, insbesondere Bitcoin, so gut es geht einzudämmen.

Ich bin der Ansicht, dass dies nur der Anfang einer lang anhaltenden Offensive gegen Krypto-Börsen war, die sich letztendlich auch gegen Retail-Investoren und Händler richten wird. Das die Offensive aber mit dem Preiseinbruch von Bitcoin zu tun hat, sehe ich nicht. Die Rolle Chinas wird in diesem Kontext häufig überbewertet.



Über den Autor

Mitgründer von Coin-Ratgeber // Blockchain-Experte // Speaker // Autor des Steuern-Bitcoin.com Guides // Managing Partner F5 Crypto Capital

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