Krise drückt die Bitcoin Hashrate um 25 Prozent

Die Bitcoin-Krise durch die voranschreitende Ausbreitung des Coronavirus könnte weitreichendere Folgen haben als zunächst angenommen. Nicht nur der Kurs der Kryptowährung mit der höchsten Marktkapitalisierung litt zuletzt, nun brach auch noch die Hashrate deutlich ein. Erst vor kurzem wurde ein neues Allzeithoch gemeldet, sodass der jetzige Einbruch umso schwerer ins Gewicht fällt.

Der starke Kurseinbruch des Bitcoins zwang offenbar viele Miner ihre Pools herunterzufahren. Die dadurch sinkende Hashrate könnte gleich aus mehreren Gründen weitreichende Auswirkungen haben. Insbesondere in dem Punkt der Netzwerksicherheit stellt die geringe Hashrate zumindest in der Theorie ein Problem dar. Gleichzeitig steht demnächst auch noch das Bitcoin Halving Event an.

Die Hashrate: Ein wichtiger Indikator in der Bitcoin-Ökonomie

Zuletzt berichteten wir mehrfach im Rahmen des diesjährigen Halving Events über die Bedeutung der Hashrate. Diese gibt an, wie viel Rechenleistung in einem Netzwerk gebündelt ist. Umso höher diese Rate steigt, desto schneller können die vielen Rechenoperationen zur Erschließung eines neuen Blocks vollzogen werden. Die sogenannte Difficulty (Schwierigkeit) hält die Mining Time in dem Zusammenhang auf einem konstanten Niveau.

Aktuell dauert es ziemlich genau 10 Minuten, bis ein neuer Block auftaucht. Im Protokoll hinter dem Bitcoin ist festgelegt, dass sich die Difficulty alle 2016 Blöcke an die aktuelle Hashrate anpasst. Nach derzeitigem Stand bedeutet das, dass sich die Difficulty alle zwei Wochen anpasst. Und genau das sorgt aktuell für ein großes Problem. Denn bis zu einem erneuten Anpassen der Dauer zwischen den Blöcken werden noch ein paar Tage vergehen.

Bitcoin: Hashrate fällt plötzlich um 25 %

Innerhalb kürzester Zeit ist ein Viertel der gesamten Rechenleistung im Bitcoin-Netzwerk weggefallen. Die durch das Coronavirus bedingte Weltwirtschaftskrise hat auch vor der Kryptoleitwährung nicht halt gemacht und den Bitcoin auf Talfahrt geschickt. Zwischenzeitlich sank der Kurs auf unter 4.000 US-Dollar. Inzwischen hat sich der Kurs leicht erholt und stieg auf fast 5.500 US-Dollar an. Dennoch könnte der Einbruch der Hashrate für erneute Probleme sorgen. Da immer mehr Miner ihre Geräte vom Netz nehmen, brauchen die verbleibenden Miner immer länger, um einen neuen Block zu finden.

Der Grund dafür ist einfach. Bis sich die Difficulty an die neuen Bedingungen angepasst hat, wird es noch etwas dauern. Da sich für einige Miner aktuell das Schürfen neuer BTC nicht rentiert, schalten sie ihre Rigs ab und sorgen somit für einen Einbruch der Hashrate. Dieser Zustand ist nicht neu und bereits in der Vergangenheit ab und an aufgetreten. Sobald sich der Kurs erholt hat oder die Difficulty angepasst wurde, stieg die Hashrate ebenfalls sofort wieder. Ein so starker Einbruch ist jedoch sehr selten. Innerhalb kürzester Zeit sank die Hashrate im Bitcoin Netzwerk von über 136 TH/s auf unter 100 TH/s.

Hashrate des Bitcoin fällt dramatisch ab
Die Hashrate des Bitcoin sackt um 25 % ein (Quelle: https://charts.bitcoin.com/btc/chart/hash-rate)

Was ist das Problem an einer geringen Hashrate?

Nicht nur die Tatsache, dass die Miner aktuell schwieriger an ihre Provision kommen, ist ein großes Problem. Insbesondere die Sicherheit des Netzwerks könnte bei einer zu geringen Hashrate nicht mehr garantiert werden. Zumindest in der Theorie wäre bei einer zu geringen Rechenleistung im Netzwerk eine sogenannte „51 %-Attacke“ möglich. Dort sichert sich ein Angreifer die Kontrolle über das Netzwerk und könnte Transaktionen manipulieren. Zwar ist durch die gesunkene Hashrate nun die Chance für einen solchen Angriff wahrscheinlicher, jedoch in der Praxis unmöglich umsetzbar.

Noch immer steckt so viel Rechen-Power im Netzwerk, dass eine solche Attacke sehr viel Kapital und Energie beanspruchen würde. Gleichzeitig ist die dafür benötigte Hardware in dem Umfang nicht zu erwerben. Zudem befindet sich noch immer ausreichend Power in der Bitcoin-Blockchain, um die Sicherheit des Systems zu garantieren. In naher Zukunft wird das anstehende Halving das Mining erneut durcheinanderwürfeln. Der halbierte Block Reward wird einige Miner dazu zwingen, das Schürfen neuer Blöcke einzustellen, während sich für andere durch die sinkende Difficulty erst wieder ein rentables Business ergibt. So oder so wird sich die Bitcoin-Ökonomie anpassen und mit der Zeit einpendeln.

Fazit: Einbruch der Hashrate sorgt für Aufsehen, ist aber nicht besorgniserregend

Der Einbruch der Bitcoin Hashrate um 25 % zeigte deutlich, dass die Weltwirtschaftskrise auch die führende Kryptowährung mit voller Breitseite trifft. Innerhalb kürzester Zeit verschwand ein Viertel der gesamten Rechenleistung aus dem Netzwerk. Dies ist zwar aus sicherheitstechnischer Sicht nicht unerheblich, aber stellt noch lange kein wirkliches Risiko für den Bitcoin dar.

Immer, wenn die Hashrate in kürzester Zeit deutlich sinkt, ist auch bei anderen Kryptowährungen, wie Ethereum oder Litecoin, die sogenannte „51 %-Prozent“ ein Thema. Zwar wird diese theoretisch immer wahrscheinlicher, umso weniger verteilte Rechenleistung im Netzwerk steckt, jedoch ist der Angriff praktisch nicht umsetzbar. Daher ist die gesunkene Hashrate aus Sicht der Miner sicherlich ein ernstes Problem, für die Sicherheit des gesamten Netzwerks aber noch unbedenklich.



Über den Autor

Jens interessierte sich bereits während seines Studiums im Bereich Wirtschaftsinformatik für die Themen Kryptowährungen und Blockchain-Technologie. Bis heute begleitet ihn die Materie in seinem Alltag und Berufsleben und er ist als Autor für Ratgeberartikel und Nachrichten aus dem Blockchain- und Digitalisierungsumfeld tätig.

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