Bitcoin Halving – Was ist das und wie beeinflusst es den BTC-Kurs?

In diesem Jahr ist es wieder so weit und das nächste Bitcoin Halving-Event steht an. Nach 2012 und 2016 findet in diesem Frühsommer das nächste Mal dieses für die führende Kryptowährung so wichtige Event statt. Im Folgenden werden die wichtigsten Informationen rund um das Bitcoin Halving-Event zusammengefasst und die technischen Hintergründe beleuchtet. Zudem wird erläutert, wie sich dadurch der Kurs des Bitcoins verändern könnte.

Was ist ein Bitcoin Halving überhaupt?

Aktuell gibt es kaum eine Meldung zum Bitcoin, die nicht in irgendeiner Form auf das bevorstehende Halving-Event hinweist. Langjährige Kryptoenthusiasten erinnern sich, dass es bereits in den Jahren 2012 und 2016 ein solches Event gegeben hat. Bei dem Bitcoin Halving handelt es sich um eine geplante Halbierung der Provision, die ein Miner für einen geminten Block erhält. Der legendäre Gründer des Bitcoins, Satoshi Nakamoto, hat bereits bei der Entwicklung seiner Kryptowährung die Halbierung der Provision an bestimmten Punkten vorgesehen. Die Halving-Events finden so lange statt, bis alle 21 Millionen Bitcoin erfolgreich geschürft wurden.

Die Idee dahinter ist die künstliche Verknappung der sich im Umlauf befindlichen Coins. Eine solche Halbierung der Belohnung für die Miner ist etwa alle vier Jahre nach 210.000 geschürften Blöcken eingeplant. Während es bis ins Jahr 2012 noch 50 BTC pro Block als Provision gab, erhalten Miner aktuell nur noch 12,5 BTC. Nach dem kommenden Event halbiert sich dieser Wert erneut. Dadurch sinkt das Interesse an der Erzeugung neuer Blöcke. Die Anzahl der neu generierten Bitcoin wird zudem künstlich verknappt. Die Nachfrage wird jedoch möglicherweise davon unbeeinflusst auf einem konstanten Niveau bleiben.

Informationen zum aktuellen und vergangenen Halving-Event

Der Termin des Events kann ziemlich genau bestimmen werden. Berechnungen zufolge wird es etwa in der Woche nach dem 18. Mai so weit sein. In der Vergangenheit fanden bereits drei Halbierungen der Belohnung für die Miner statt. Seit der Generierung des sogenannten „Genesis-Blocks“ (Block 0) im Jahr 2009, war das in den Jahren 2012 und 2016 der Fall. Die Miner erhielten bis 2012 noch 50 BTC pro Block, nach dem diesjährigen Halving werden es nur noch 6,25 BTC sein.

Die Halving-Events enden, sobald alle 21 Millionen Bitcoin generiert sind. Aktuell liegt die Anzahl der geschürften Coins bereits bei über 18 Millionen BTC. Dennoch wird es noch rund 120 Jahre dauern, bis auch die übrigen 3 Millionen BTC generiert wurden. Nach jedem Halving sinkt die Anzahl der neu erzeugten Coins um die Hälfte. Dadurch entsteht eine künstliche Verknappung, welche bedingt, dass es nach jedem Halving-Event immer weniger neue Blöcke zum minen gibt. Dies kann auch der nachfolgenden Tabelle entnommen werden:

EreignisDatumAnzahl der BlöckeBlock-PrämieAnzahl der neuen Bitcoins zwischen den Events
Einführung des Bitcoin3. Januar 20090 (Genesis-Block)50 neue BTC10.500.000 BTC
Erstes Halving28. November 2012210.00025 neue BTC5.250.000 BTC
Zweites Halving9. Juli 2016420.00012,5 neue BTC2.625.000 BTC
Drittes HalvingErwartet in der Woche nach dem 18. Mai 2020630.0006,25 neue BTC1.312.500 BTC
Viertes HalvingErwartet 2024740.0003,125 neue BTC656.250 BTC
Viertes HalvingErwartet 2028850.0001,5625 neue BTC328.125 BTC

Technische Hintergründe des Bitcoin Halvings

Satoshi Nakamoto, der bis heute unbekannte Entwickler des Bitcoin, hat das Halving als elementaren Bestandteil seiner Kryptowährung vorgesehen. Er sieht eine Halbierung der Belohnung pro geschürften Block immer dann vor, sobald die Community 210.000 Blöcke gemint hat. Da sich für die Zeiten zwischen den Blöcken Durchschnittswerte ermitteln lassen, kann ziemlich genau vorhergesagt werden, wann ein solches Halving stattfindet. Im Internet kursieren verschiedene Formeln, mit denen sich der Zeitpunkt des Events ziemlich genau prognostizieren lässt. Eine der gängigsten Formeln lautet wie folgt:

Halving-Start = (Halving Block – Next Block Height) * Zeit zwischen Blöcken – geschätzte Zeit bis zum nächsten Block

Im Quellcode des Bitcoins lässt sich die Funktionsweise der Halbierung genau nachvollziehen. Obwohl das Halving ein wichtiger Bestandteil der digitalen Währung ist und es wesentlichen Einfluss auf die Ökonomie des Gesamtsystems hat, lässt es sich in wenigen Zeilen Code zusammenfassen. Beispielsweise im öffentlichen Protokoll der Kryptowährung Bitcoin Core auf Github kann das Halving im Coding eingesehen werden. Die grundlegende Funktionsweise wurde durch Satoshi wie folgt ausformuliert und von Nutzern auf Github veröffentlicht:

Ausschnitt aus dem Bitcoin-Quellcode
Satoshi hat das Halving fest im Quellcode des Bitcoin-Protokolls eingebunden

Werden die Miner das Interesse am Bitcoin verlieren?

In der Tat wird das Mining für Privatpersonen nach jedem weiteren Halving-Event immer uninteressanter. Die geringere Belohnung für die geschürften Blöcke deckt dann kaum noch die hohen Energiekosten, die mit dem Schürfen von Bitcoins verbunden sind. Jedoch ist es bereits heute so, dass der Großteil des Mining-Marktes in den Händen weniger Firmen liegt. Große Firmen, wie der chinesische Mining-Gigant Bitmain, arbeiten mit großflächigen Mining-Anlagen, welche aus etlichen Maschinen bestehen, die möglichst effizient Bitcoins schürfen. Daher werden sich zukünftig immer mehr Privatpersonen aus dem Markt zurückziehen und das Feld den professionellen Minern überlassen.

Durch die auf Effizienz und Effektivität ausgelegte Arbeitsweise dieser Unternehmen lohnt sich auch das Schürfen von Blöcken zu einer reduzierten Belohnung. Die voranschreitende Dezentralisierung des Minings ist jedoch nicht zwangsläufig ein schlechtes Zeichen. In der Vergangenheit ist das Schürfen von Kryptowährungen aufgrund der schlechten Umweltbilanz häufig Bestandteil kritischer Betrachtungen. Der gigantische Energie- und Ressourcenbedarf könnte gesenkt werden, wenn die wenigen verbleibenden Miner sich nicht mehr dem derzeitigen Konkurrenzdruck konfrontiert sehen.

Aufgrund der Tatsache, dass noch mehr als drei Millionen Bitcoin geschürft werden müssen, bleiben zudem noch über 100 Jahre Zeit, an den heute üblichen Mining-Strategien zu arbeiten. Der stetige technische Fortschritt im Hardware-Bereich könnte das Mining zukünftig auch wieder für Privatpersonen interessant machen. Trotz der bis ins Jahr 2140 anstehenden Halvings, wird es immer Belohnungen für das Schürfen von neuen Blöcken geben. Daher ist es denkbar, dass „Big Player“ in Zukunft das Mining nicht alleine beherrschen, sondern auch für andere Marktteilnehmer ein lohnenswertes Business entsteht. Voraussetzung ist aber natürlich immer ein starker Bitcoin-Kurs.

Bitcoin Mining-Anlage
Bitcoin-Miner hoffen auf einen starken Kurs, damit das Mining rentabel bleibt.

Die Korrelation zwischen dem Bitcoin-Kurs und den Halving-Events

Die beiden bisherigen Events hatten einen erheblichen Einfluss auf den Kurs der digitalen Währung mit der höchsten Marktkapitalisierung. In der Zeit nach den letztmaligen Halvings stieg der Kurs des Bitcoins explosionsartig an. Auch zum derzeitigen Zeitpunkt sind die Meldungen weitestgehend euphorisch und es wird sich auf die Entwicklung der digitalen Währung nach den vergangenen Halving-Events bezogen. Jedoch darf in dem Zusammenhang auch nicht außer Acht gelassen werden, dass sich der Bitcoin während der bisherigen Events im Aufbruch befand. Daher könnte auch der Hype in der Vergangenheit ein wesentlicher Preistreiber gewesen sein.

Die Entwicklung des Kurses – Auch immer eine Glaubensfrage

Im Grunde gibt es wie bei allen Anlageobjekten nur drei Szenarien, die es zu betrachten gilt: Der Preis steigt, der Preis fällt oder er bleibt gleich. Es ist daher auch immer eine Überzeugungsfrage, welches Szenario am wahrscheinlichsten ist. Größtenteils wird derzeitig ein steigender Preis erwartet. Die Überzeugung der Medien beruht dabei im Wesentlichen auf den großen Kursanstiegen nach den vergangenen Events. Allerdings fanden die Events in den Jahren 2012 und 2016 während eines ebenfalls steigenden Hypes statt. Dieser war damals deutlich ausgeprägter, als es heutzutage der Fall ist. Dennoch ist die Tatsache, dass sich das Angebot der Coins aufgrund der Halbierung der Mining-Provision verknappt, während die Nachfrage sehr wahrscheinlich konstant bleibt oder sogar steigt, ein klarer Indikator für einen Kursanstieg des Bitcoins.

Dagegen sprechen die Argumente, dass die Halbierung der Mining-Provision für einen Zusammenbruch des Bitcoin-Minings sorgen könnte. Sollte das Halving keinen positiven Einfluss auf den Kurs nehmen, rentiert sich das Schürfen neuer Blöcke selbst für Mining-Giganten nicht mehr. Durch steigende Energiekosten und Kosten für leistungsstarke Hardware könnte sich das Geschäft nicht mehr lohnen. Ein schwacher Kurs des Bitcoins hätte zur Folge, dass die eh schon geringere Belohnung für die Miner gleichzeitig auch weniger Wert ist, sodass insbesondere viele private Miner ihre Hardware vom Netz nehmen könnten.

Es steht und fällt also alles mit der Kursentwicklung nach dem bevorstehenden Halving-Event. Das dritte – und gleichzeitig unspektakulärste – Ereignis wäre ein Szenario, in dem schlicht gar nichts passiert. In der noch recht jungen Historie der Kryptowährungen gibt es einfach zu wenig vergleichbare Ereignisse, die zuverlässig vorhersagen lassen, was nach einem Halving im Normalfall passiert. Daher ist es durchaus denkbar, dass sich der Kurs gar nicht großartig beeinflussen lässt.

Der Kursverlauf des Bitcoins nach dem zweiten Halving-Event 2016.

Fazit: Das Bitcoin Halving steht an und der Einfluss auf den Kurs ist offen

Es gibt aktuell kaum Meldung rund um den Bitcoin, in denen nicht zumindest in einem Nebensatz auf das kommende Bitcoin-Halving im Sommer 2020 hingewiesen wird. Das Halving beschreibt die Halbierung der Provision für die Miner auf der Bitcoin Blockchain. Satoshi Nakamoto, der legendäre Gründer der führenden digitalen Währung, hat die Halbierung der Blockchain an feste Bedingungen geknüpft. Sobald 210.000 Blöcke geschürft sind, was etwa alle 4 Jahre der Fall ist, tritt das Halving-Event auf den Plan.

In dem Zusammenhang ist die Frage nach der Entwicklung des Kurses von großer Bedeutung. In der Vergangenheit stieg der Kurs nach den Halvings in den Jahren 2012 und 2016 explosionsartig an. Allerdings ist die Korrelation zwischen dem Event und der Kursentwicklung nicht eindeutig zu bestimmen. In der Vergangenheit befand sich der Bitcoin in einer Phase des Aufbruchs und es ist nicht eindeutig zu klären, ob dies ausschließlich an der Halbierung der Mining-Provision lag.

Dennoch sprechen mehrere Fakten dafür, dass das Halving einen positiven Einfluss auf den Kurs nehmen wird. Grund dafür ist die Tatsache, dass das Angebot mit großer Wahrscheinlichkeit sinkt, während die Nachfrage zumindest konstant bleibt. Für viele private Miner wird sich das Schürfen neuer Blöcke durch das Halving nicht mehr lohnen, sodass es weniger Miner am Markt geben wird.

Jedoch gibt es bis heute schlicht nicht genügend Belege dafür, wie sich der Kurs nach der Halbierung der Mining-Provision entwickeln wird. Nimmt man die Erfahrung der bisherigen Events als Diskussionsgrundlage, ist jedoch ein positiver Ausgang zu erwarten. Dadurch könnte sich eine Investition in Bitcoins vor dem Event im Mai 2020 lohnen. So oder so bleibt das Halving sicherlich eines der spannendsten Ereignisse im Jahr 2020 rund um den Bitcoin.



Über den Autor

Jens interessierte sich bereits während seines Studiums im Bereich Wirtschaftsinformatik für die Themen Kryptowährungen und Blockchain-Technologie. Bis heute begleitet ihn die Materie in seinem Alltag und Berufsleben und er ist als Autor für Ratgeberartikel und Nachrichten aus dem Blockchain- und Digitalisierungsumfeld tätig.

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