Welche Blockchain-Fonds existieren in Europa?

Geschätzte Lesezeit: 7 Min.

Die Blockchain ist längst nicht mehr nur ein Buzzword von ein paar verwirrten Nerds, die zu viel Zeit mit dem Lesen von Whitepapers verbracht haben.

Um die Technologie herum hat sich innerhalb der letzten Jahre ein beachtlicher Sektor aufgebaut, der nicht nur aus spekulativen Anlegern, sondern auch aus Forschungsinitiativen und neuen Startups, die an innovativen Lösungen für verschiedene Probleme arbeiten.

In diesem Sektor kann man nicht nur über Bitcoin und andere Krypto-Assets investieren, sondern es gibt auch Blockchain-Fonds, die aktiv in Blockchain-Unternehmen investieren.

In diesem Artikel erkläre ich dir, was sich hinter der Blockchain-Technologie verbirgt, welchen Status es als Asset-Klasse hat und welche verschiedenen Blockchain-Fonds es in Europa gibt.

Blockchain und Kryptowährungen als Asset-Klasse

Sind Bitcoin Roboter auch nur Scam?

Seit dem Start von Bitcoin im Jahr 2009 entwickelte sich die Kryptowährung immer weiter. Nach den ersten Erfolgen bis 2013 gab es auch immer mehr alternative Kryptowährungen, sogenannte Altcoins, die ebenfalls mit der Blockchain-Technologie arbeiteten.

In den Folgejahren entstanden auch Blockchain 2.0 Projekte wie Ethereum. Heute ist der Blockchain-Sektor als solcher, inklusive der Krypto-Assets, auch für größere Anleger sehr interessant geworden. Immer mehr Akteure erkennen das große Potential.

Die International Data Corporation (IDC) prognostiziert, dass im Jahr 2022 die Ausgaben für Blockchain-Anwendungen bis auf 12,4 Milliarden US-Dollar steigen. Bis 2025 soll die Technologie laut Gartner 176 Milliarden US-Dollar an Unternehmenswerten schaffen. Schon jetzt gibt es immer mehr große Unternehmen, die aktiv investieren und sich so auf die Zukunft vorbereiten.

Was ist ein Blockchain Fonds

Ein Fonds ist ein Geldpool, der für einen bestimmten Zweck bereitgestellt wird. Ein Fonds kann für jeden beliebigen Zweck eingerichtet werden, sei es eine Regierung, die Geld für den Bau eines neuen Projekts sammeln möchte, eine Versicherungsgesellschaft, die Geld für die Bezahlung der Ansprüche ihrer Kunden beiseite legt, oder aber auch ein Investment-Fonds.

Bei einem Investment-Fonds werden Gelder gesammelt, um diese zielgerichtet in verschiedene Projekte zu investieren, die einer spezifischen Branche angehören.

Ein Blockchain-Fonds ist also ein Fonds, der mit den eigenen Kapital- und Vermögenswerten vornehmlich in Unternehmen mit Blockchain-Bezug investieren wird.

Blockchain-Fonds in Europa

Blockchain Fonds in Deutschland

Blockwall.Capital

blockwall

Blockwall Capital ist ein Blockchain-Fonds aus Frankfurt am Main und wurde bereits 2018 ins Leben gerufen. Das Team um Laurenz Apiarius, Dominic Briggs, die Choulidis Brüder und Lars Singbartl möchten es akkreditierten Investoren ermöglichen, zielgerichtet in den Blockchain-Sektor und Krypto-Assets zu investieren. Es ist der erste bei der BaFin registrierte Krypto & Blockchain-Fonds.

In dem Fonds befinden sich Krypto-Assets, das heißt Kryptowährungen und Token von verschiedenen Projekten, meist Layer1-Protokollen. Hiermit werden Anwendungsbereiche der DLT abgedeckt, zum einen Smart Contract Plattformen, aber auch IoT und die Interoperabilität zwischen verschiedenen Blockchains.

Aktuell hält Blockwall 21 Investitionen, neun davon sind „liquid Investments“, zwölf sind Pre-Sale Investments. Zu den Investments gehören Dusk Network (DUSK), Fetch.AI (FET) und Hedera Hashgraph (HBAR). Die Mindestanlagesumme für Anleger liegt bei 200.000 Euro.

Immutable Insight (BlockchainFonds, ISIN: DE000A2P31V5)

blockchain fonds

Der Blockchainfonds von Immutable Insight ist ein alternativer Investmentfond und bei der BaFin registriert. Im Fokus stehen Krypto-Assets, die auf der Ethereum-Blockchain heimisch sind und somit nicht um Kryptowährungen wie Bitcoin. Zu dem Team gehören Experten wie Katharina Gehra (CEO) und Dr. Volker-Henning Winterer (CTO).

Die Besonderheit liegt darin, dass Immutable Insight nicht den klassischen Buy/Hold/Rebalance-Weg geht, sondern sich dem algorithmischen Trading gewidmet hat. So werden durch neue Methodiken z.B. Kapitalströme analysiert. Auf Basis dieser Analysen wird dann gehandelt.

Nach eigenen Angaben ergab das Backtesting für 2019 einen Kapitalzuwachs von 26%. Dies sind beeindruckende Resultate, allerdings sollte man immer beachten, das vergangene Leistungen keine Garantie für zukünftige Gewinne sind.

ART Transformer Equities (ISIN: DE000A2PB6R4)

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ART Transformer Equities ist ein weiterer Blockchain-Fonds, operiert aber losgelöst von staatlichen Institutionen. Er wird von den Vermögensverwaltern Pegasos Capital und der Vertriebsgesellschaft Agathon Capital betrieben, die den Fonds (ISIN DE000A2PB6R4 / DE000A2PB6Q6) gemeinsam auf den Markt brachten.

Die Auflage erfolgte über die Plattform von Universal-Investment und markiert den ersten öffentlichen Fonds, der vor allem in Unternehmen investiert, die sich mit der Blockchain-Technologie auseinandersetzen.

Privatanleger und institutionelle Investoren haben so die Möglichkeit, von der Entwicklung einer der wirtschaftlich vielversprechendsten Technologien der kommenden Jahre zu profitieren.

“Unserer Einschätzung nach wird Blockchain in seinen Anwendungsbereichen weit über Kryptowährungen hinausgehen. Jeder Markt, der Werte digital überträgt und der Informationen über Besitzverhältnisse teilt, kann diese Technologie anwenden. Das Interesse daran nahm und wird weiter rapide zunehmen. Getreu dem Grundsatz von André Kostolany ‚Investiere bei einem Goldrausch nicht in die Goldgräber, sondern in Schaufeln‘, haben wir einen Investmentfonds geschaffen, mit dem auch Privatanleger davon profitieren können.“

Die Auswahl aus den mehreren hundert Einzelwerte für das Portfolio des Fonds erfolgt durch den „Investment-Scout“ und Blockchain-Experten Kilian Thalhammer auf Basis einer fundierten Recherche. Der Berater und Business Angel beschäftigt sich seit mehr als 15 Jahren mit den Themen Payment, FinTech, eCommerce und Loyalty.

Die potentiellen Portfolio-Werte werden im nächsten Schritt einer quantitativen, als auch einer qualitativen Analyse unterzogen, bevor es zur Investitionsentscheidung für die rund 60 Titel kommt.

In Frage kommen für die Fondsberater so genannte New Player wie börsennotierte Start-ups oder Mittelständler, die neue Produkte oder Dienstleistungen auf Basis der Blockchain-Technologie anbieten und für sich damit ein Alleinstellungsmerkmal schaffen.

Auf der anderen Seite investiert der Fonds in etablierte Konzerne, die mithilfe der Technologie einen Wettbewerbsvorteil erzielen. Das können Firmen aus vielen verschiedenen Branchen sein.

Es wird bei diesem Blockchain-Fonds allerdings nicht direkt in Krypto-Assets investiert.

F5 Crypto Fonds

F5 Crypto Fonds

Zum Beginn des Jahres 2021 wird der Krypto-Fonds der F5 Crypto Capital aus Berlin erwartet.

Der Fonds soll ein BaFin-registrierter Spezial AIF sein. Er richtet sich ausschließlich an semiprofessionielle und professionelle Anleger aus Deutschland, Österreich, Liechtenstein und der Schweiz.

Bekannt ist die F5 Crypto Capital GmbH vor allem durch den mit der Humboldt-Universität entwickelten F5 Crypto Index. Gemäß Darstellung ist der Index einer der ersten wissenschaftlichen Krypto-Indexe weltweit. Das Risiko-Rendite Verhältnis überzeugt, vor allem im Hinblick auf die Benchmarks innerhalb der Krypto-Szene.

Auf Grundlage des F5 Crypto Index wurden bereits Finanzprodukte emittiert. Nun soll der Index auch Teil der Fondsstrategie des F5 Crypto Fonds werden.

Zusätzlich ist die F5 Crypto Capital GmbH in der Krypto-Welt dafür bekannt, dass sie hochqualitative Krypto-Analysen publizieren. Gerade die Fundamental- und Eventanalysen werden für die Allokation innerhalb des Fondsvermögens maßgeblich sein.

Der F5 Crypto Fonds wird ausschließlich in Krypto-Assets investieren. Der Fonds diversifiziert zwischen zahlreichen Kryptowährungen. Gerade das F5 Team zählt in der Krypto-Szene als sehr erfahren und vertrauensvoll.

Die Besonderheit des F5 Crypto Fonds ist die Alleinstellung auf die ausschließlich aus Deutschland stammenden Kooperationspartner für die Verwahrung, den Handel, die Fondsadministration und die rechtliche Aufsetzung.

Anteile am F5 Crypto Fonds wird über deren Website sowie Kooperations-Banken erwerbbar sein.

Blockchain Fonds in Liechtenstein

Postera (ISIN: LI0385769448)

postera

Postera ist einer der ersten EU-regulierten Blockchain-Fonds für Krypto-Assets. In dem Postera Fund „Crypto I“ legt das Management die Gelder vornehmlich in Bitcoin, Ethereum und anderen Krypto-Assets an. Es handelt sich um einen alternativen Investmentfond (AIF) und ist auf professionelle Anleger ausgelegt.

Das Management durchleuchtet regelmäßig alle Marktdaten, um die Investmentstrategie laufend anzupassen. Fondsanteile werden wöchentlich ausgegeben und zurückgenommen, damit Investoren stets flexibel handeln können. Die Mindestanlagesumme beträgt 25.000 Euro.

Incrementum (ISIN: LI0481315047)

incrementum

Incrementum ist ein spezieller Blockchain-Fond, bei dem nicht nur in Bitcoin, sondern auch in Gold investiert wird. Damit möchte der Fonds seine Anleger vor der Inflation schützen und ihnen gleichzeitig größtmögliche Sicherheit bieten. Der Anteil von Bitcoin, dem digitalen Gold, in dem Investitionspool liegt bei 25%, die restlichen 75% werden in Gold investiert.

Dieser Fonds eignet sich auch für Retail-Investoren, es gibt keine Mindestanlage und ist für Kunden aus Deutschland, Österreich und Liechtenstein zugänglich. Das Fondsvolumen liegt derzeit bei 5,5 Mio. US-Dollar.

Blockchain Fonds auf Malta

Kintaro Capital

Kintaro Capital ist ein Blockchain-Fonds der Berliner Firma Konfidio und hat die maltesische PIF-Lizenz durch die MFSA erhalten. Auf Malta war Kintaro Capital somit einer der ersten Blockchain-Fonds überhaupt. Malta erfüllt alle Finanz- und Regulierungsgesetze der EU und ist deshalb für Krypto-Firmen generell sehr interessant.

Konfidio und Kintaro sind nun schon seit einigen Jahren in der Blockchain- und Krypto-Szene unterwegs. Während der Fonds seit Anfang 2019 besteht, operiert die Firma Konfidio bereits seit 2017 und investiert in verschiedene Unternehmen mit Blockchain-Bezug.

Blockchain-Fonds der EU

digitaler euro

Der größte Blockchain-Fonds in Europa wurde 2019 erschaffen und ist ein Investitionsfonds der EU mit dem Fokus auf künstliche Intelligenz und Blockchain-Investitionen. Er ist teil einer umfassenderen Initiative zur Schaffung eines dynamischen EU-weiten Innovations-Ökosystems finanzieren. So steht der Blockchain-Fonds unter der Leitung des Europäischen Investitionsfonds. Dieses Jahr wurden über 100 Millionen Euro bereitgestellt, die demnächst in Blockchain-Unternehmen in Europa fließen sollen.

Ziel des Fonds ist es, die Investitionslücke zu den USA und Asien zu schließen. Das Investitionsniveau in diesen Gegenden ist um ein Vielfaches höher als in Europa. Dennoch gibt es im europäischen Raum eine aktive Forschungsgemeinschaft und zahlreiche Startups, die an innovativen Ideen arbeiten.

Zur Ergänzung des Fonds wird auch ein Investitionsförderprogramm eingerichtet, das weitere finanzielle Unterstützung durch die EU-Mitgliedstaaten mobilisieren soll. Ziel ist es, die Investitionen auf nationaler Ebene zu vervielfachen, indem nationale Förderprogramme einbezogen werden. So soll dafür gesorgt werden, dass die Unternehmen mit viel Potential auch zukünftig in Europa bleiben.

Dies ist ein besonderes Thema für Unternehmen mit Sitz in Mittel-, Ost- und Südosteuropa. Jüngste Untersuchungen zeigen, dass fast die Hälfte der Start-ups in dieser Region aufgrund mangelnder Förderungsprogramme die Heimatländer verlassen. Doch gerade diese Länder können mittel- und langfristig sehr von der wachsenden Blockchain-Industrie profitieren.

Fazit

Die Tatsache, dass es immer mehr Blockchain-Fonds in Europa gibt, sowohl von staatlicher als auch auf privatwirtschaftlicher Seite, zeigt deutlich das große Potenzial dieses Sektors.

Ernstzunehmende Akteure haben erkannt, dass die Blockchain-Technologie viele Prozesse effizienter und sicherer gestalten kann. Ich bin sehr gespannt, wohin uns die jüngsten Ereignisse langfristig führen werden.



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