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Was ist eigentlich Uniswap?

Geschätzte Lesezeit: 4 Min.

Wer sich im Jahr 2020 intensiv mit Kryptowährungen beschäftigt hat, an dem wird auch der DeFi- und Uniswap Trend nicht vorbei gegangen sein. DeFi steht für Decentralized Finance und ist ein Sammelbegriff für Applikationen, die herkömmliche Finanzdienstleistungen wie das Lending auf der Blockchain ermöglichen. Die meisten dieser Projekte und Protokolle laufen dabei auf der Ethereum-Blockchain.

Eine der größten Innovationen sind dabei die AMM’s (AMM = Automatisierter Market Maker), insbesondere Uniswap, dem ersten Protokoll dieser Art. Beim AMM handelt es sich im Prinzip um eine dezentralisierte Börse, die das Sammeln von Liquidität für neue Projekte und Token-Swaps ermöglicht. In kürzester Zeit wurde dieses Konzept äußerst populär, was zu einer stark wachsenden Anzahl dieser AMMs führte.

Neue Projekte müssen also kein Initial Coin Offering mehr anbieten und vermeiden so langwierige, ineffiziente Prozesse und zahlen keinerlei Listing-Gebühren. In diesem Artikel erklären wir dir, was Uniswap genau ist, wie es funktioniert und welche Vorteile AMMs gegenüber herkömmlichen Krypto-Börsen haben.

Uniswap: Automatisiertes Market Making

Ripple

Uniswap ist ein Open-Source Protokoll für das sog. automatisierte Market Making. Wie die meisten anderen DeFi-Projekte läuft es auf der Ethereum-Blockchain und basiert somit auf Smart Contracts. Ausgegebene Tokens arbeiten mit dem ERC-20-Standard von Ethereum.

Über Uniswap können die Nutzer ETH gegen andere Tokens von Projekten tauschen (= swappen), die auf Uniswap integriert sind. Dabei gibt es keine Order-Bücher, wie man sie gewohnt ist, alles läuft vollautomatisch über das Protokoll. Dadurch, dass Uniswap Open-Source ist, kann auch der Code eingesehen werden. Ein notwendiger Schritt bei einem AMM, denn nur so können sich die Nutzer sicher sein, nicht betrogen zu werden.

Der Austausch von ETH ⇔ ERC-20 Token erfolgt über den Uniswap-Algorithmus. Dieser ist so konzipiert, dass er Käufer und Verkäufer automatisch zusammenbringt, wodurch auf ein Order-Buch verzichtet werden kann. Der ganze Prozess wird dadurch stark vereinfacht.

Gegründet wurde Uniswap bereits im Jahr 2018 von Hayden Adams, gewann aber erst im Jahr 2020, im Zuge des DeFi-Hypes, massiv an Popularität. Manche Investoren machten ein Vermögen mit dem Handel von Tokens, die auf Uniswap zugänglich waren. Zeitgleich gab es immer mehr ähnliche solcher Protokolle, wie z.B. Sushiswap.

Weitere Aufmerksamkeit erlangte Uniswap durch das Einführen des eigenen Governance-Tokens UNI. Dieser sorgt dafür, dass die Governance in die Hände der Nutzer gelegt wird. Beim Launch des UNI Tokens erhielten alle bisherigen Uniswap-Nutzer einen Airdrop in Form von 400 UNI. Diese sind aktuell gut 1.000 Euro wert.

Wie funktioniert Uniswap?

Um Uniswap zu nutzen, musst du deine Ethereum-Wallet mit der Plattform verbinden. Dabei kannst du verschiedene kompatible Ethereum-Wallets benutzen, empfehlenswert ist Metamask. Nach dem erfolgreichen Verbinden hast du Zugriff auf Uniswap und kannst nun Ethereum gegen andere Tokens tauschen. Dabei zahlst du automatisch den Preis zum Zeitpunkt des Handels. Das Swappen von Tokens auf Uniswap ist denkbar einfach:

Zunächst musst du den gewünschten Token auswählen, den du auf Uniswap erwerben möchtest. Danach musst du nur noch die gewünschte Anzahl der Tokens angeben, bevor du den Handel einleitest. Deine Wallet wird eine Erlaubnis anfordern, diese Transaktion durchzuführen.

Beachte dabei, dass du immer genügend Ethereum für die Transaktionsgebühren auf deiner Wallet hast. Nach der Bestätigung und kurzer Wartezeit ist der Swap dann erfolgreich durchgeführt und die Tokens befinden sich in deiner Wallet. Der Verkaufsprozess verläuft auf die gleiche Art und Weise.

Der Unterschied zwischen Uniswap V1 und V2

Die erste Version (V1) von Uniswap war ein Proof-of-Concept, um die Leistungsfähigkeit und die Funktionen von Uniswap zu demonstrieren. Später wurde sie auf die heutige V2 geupdated und bietet nun mehr Sicherheit und andere Vorteile gegenüber der Vorgängerversion.

V1 war zunächst in der Programmiersprache Vyper geschrieben worden, nicht in Solidity, der Sprache des Ethereum-Ökosystems. V2 arbeitet nun mit Solidity und kann auch mit ERC-777 und weiteren Ethereum-Tokens interagieren. Möglich sind mit der V2 auch sog. “Flash-Swaps”, wodurch der Handel auf Uniswap nochmals effizienter gestaltet wird.

Wie funktionieren die Uniswap-Pools?

Uniswap Mechanismus

Zentraler Bestandteil des Uniswap-Konzepts sind die Liquidität-Pools. Um einen Markt auf Uniswap zu starten, muss ein Anbieter von Tokens Liquidität hinterlegen, damit die Ausführung von Swaps gesichert ist. Dabei erhalten die Anbieter Liquiditäts-Token, die ihren Anteil an dem Pool repräsentieren. Je mehr Liquidität vorhanden ist, desto mehr Swaps können abgewickelt werden, ohne die Preise in die Höhe zu treiben. Für kleinere Projekte ist es umgekehrt, wenn viele Swaps bei niedriger Liquidität durchgeführt werden, steigt der Preis schneller an.

Die Risiken von Uniswap

Die Risiken bei der Nutzung von Uniswap ähneln den natürlichen Problemen des normalen Krypto-Tradings. Bei niedriger Liquidität besteht immer die Gefahr eines kurzfristigen Preisabfalls, der schon durch relativ gesehen kleine Verkäufe ausgelöst werden kann. Einige Uniswap-Trader mussten diese schmerzliche Erfahrung schon häufiger machen.

Ein weiteres Problem sind die vielen Kopien von legitimen, erfolgreichen Uniswap-Tokens. Es ist nicht allzu schwierig, einen ERC20-Token zu klonen. Die Gier vieler Händler führt dazu, dass die Preise für diese geklonten Tokens in die Höhe getrieben werden, bevor der Ersteller dieses Tokens einen sog. “rug pull” durchführt. Unter einem rug pull versteht man das Bereitstellen von Liquidität um Anleger zu locken, bevor man sie wieder entfernt, selbst Gewinn macht und viele andere Händler dadurch Verluste erleiden.

Darüber hinaus kam es im Zuge des Uniswap-Hypes dieses Jahr zu erhöhten Transaktionskosten auf der Ethereum-Blockchain. Händler mussten teilweise dreistellige US-Dollar-Beträge bezahlen, um einen Swap durchzuführen. Ausgelöst werden die hohen Transaktionskosten durch ein erhöhtes Transaktionsaufkommen.

Fazit: Uniswap mit potentiell großer Zukunft

Das Interesse an Uniswap und der AMM-Technologie ist bereits jetzt sehr hoch und könnte sich in den kommenden Jahren vervielfachen. Die Vorteile überwiegen die Nachteile meiner Ansicht nach bei weitem und ich bin sicher, dass immer mehr neue Krypto-Projekte ihren Anfang auf der Uniswap-Plattform haben werden.



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