Savedroid AG: Übernahme durch die Advanced Bitcoin Technologies AG & Klagen von Investoren


Überblick:

  • Klagen gegen die Savedroid AG
  • Fehlende Widerrufsbelehrungen könnten zu Rückzahlungen führen
  • Neue geschäftliche Konzepte und Übernahme durch ABT AG

Savedroid war einst das Vorzeige-Unternehmen des deutschen FinTech Sektors.

Doch unkluge geschäftliche Handlungen führen nun nach Image-Verlust auch zu rechtlichen Problemen.

Auch die Tatsache, dass das Tochterunternehmen ABT die Savedroid AG übernimmt, wird daran höchstwahrscheinlich nichts ändern.

Savedroid: Die Vorgeschichte

Die Savedroid AG war einst der Stern am deutschen Fintech-Himmel. Das Finanz-Startup hatte von rund 35.000 Investoren ca. 40 Millionen Euro in einem Initial Coin Offering eingesammelt. Ein großer Erfolg für ein in Deutschland ansässiges Unternehmen aus der Welt der Kryptowährungen.

Was folgte war ein unheilvolles Debakel. Mitte April 2018 entschied sich Gründer Yassin Hankir einen riskanten “Marketing-Gag” zu starten. Es wurde vorgetäuscht, dass sich der Gründer und CEO der Savedroid AG ins Ausland abgesetzt habe.

Um diesen Eindruck zu stärken, postete Yassin sogar ein Foto von sich am Flughafen und später ein Bild vom Strand:

Die Büros in Frankfurt waren leer und auch telefonisch erreichte man bei Savedroid niemanden. Es dauerte nicht lange, bis sich besorgte Anleger öffentlich echauffierten.

Andere gingen soweit und fanden durch diverse Verfahren heraus, wo sich der Strand befindet, der auf dem Foto des Gründers zu sehen war. Zur gleichen Zeit fand sich auf der offiziellen Website ein humorvolles “Aaaand it’s gone”:

savedroid

Dieses Zitat stammt aus der beliebten Serie Southpark und ist in der Szene ein gängiger Ausdruck. Erst nach 24 Stunden gab es Neuigkeiten: Alles sei nur eine PR-Aktion gewesen, so Savedroid.

In einer Video-Botschaft bemühte sich Yassin Hankir den Schaden einzudämmen und versicherte seinen Anlegern, man würde nicht verschwinden:

„Wir sind noch da und waren nie weg und werden auch in Zukunft hier sein“

Gegründet wurde Savedroid bereits 2015 in Frankfurt. Die Firma wollte eine App entwickeln die ihren Nutzern beim Sparen helfen kann. Im Zuge der Verbreitung von Kryptowährungen wurde das Modell geändert.

Die durch “wenn/dann”-Regeln automatisch eingesparten Beträge, die zu dem Savedroid Account geschickt werden, sollten in Kryptowährungen abgewickelt werden (Bitcoin, Ethereum, Litecoin, Bitcoin Cash).

Etwaige Transaktionskosten sollen durch den SVD Token bezahlt werden.

Klagen gegen die Savedroid AG

Die Frankfurter Rechtsanwältin Claudia Otto vertritt Kläger gegen die Savedroid AG. Hierbei pochen die Ankläger auf eine Rückzahlung der Investitionen, die diese in den SVD Token investierten.

Die Spar-App ist zwar mittlerweile durch die Liechtensteiner Tochterfirma “Savedroid FL GmbH” verfügbar, aber nicht für deutsche Nutzer.

“Den Auftakt der klägerischen Rechtsausübung bildet der Verbraucherwiderruf. Von der Verbrauchereigenschaft ausgehend führt über die notwendige Bestimmung des Vertragstyps der Weg in die klassische juristische Prüfungsreihenfolge:

  1. Vertragliche Ansprüche

  2. Vertragsähnliche Ansprüche

  3. Dingliche Ansprüche

  4. Ansprüche aus ungerechtfertigter Bereicherung

  5. Ansprüche aus unerlaubter Handlung (die auch an 4. Stelle geprüft werden können).”

 

In dem kommenden Verfahren wird überprüft, worüber sich beide Parteien überhaupt geeinigt haben und was “SVD Token” im rechtlichen Sinne sind.

Ein weiterer Vorwurf der Klägerseite ist die unzureichende Aufklärung der Investoren im Vorfeld. Laut Frau Otto gab es in mehreren Fällen keine Widerrufsbelehrung bei den “SVD-Token-Kaufverträgen”.

Sollte dem so sein, könnten diese Anleger ihr komplettes investiertes Kapital zurückfordern.

Savedroid beteuert das die Vorgänge alle korrekt abgewickelt wurden. Man hätte sich an geltendes Recht gehalten und alle Verträge von einer renommierten Kanzlei mit Erfahrung in diesem Bereich anfertigen lassen.

Übernahme durch die Advanced Bitcoin Technologies AG

abt ag

September 2019 wurde die Savedroid AG von der Advanced Bitcoin Technologies AG übernommen. ABT wurde im Juli diesen Jahres mit einem Stammkapital von 250.000 Euro gegründet. Die Gründer sind allesamt auch an Savedroid beteiligt.

Yassin Hankir ist Vorstandsvorsitzender, Tobias Zander leitet die Technik und Joachim Brockmann das operative Geschäft.

Der Entschluss die Savedroid AG zu übernehmen fiel auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 27. September 2019:

“Die Aktionäre der savedroid AG haben das Übernahmeangebot in Form eines Aktientauschs bereits angenommen und den zugehörigen Einbringungsvertrag sowie die Zeichnungsscheine im Gesamtvolumen von 39.449.346,00 Euro, das entspricht einem Gesamtausgabebetrag in Höhe von 2,00 Euro pro neuer Aktie der Advanced Bitcoin Technologies AG, unterzeichnet.”

Fazit: Wir werden wieder mehr über Savedroid hören

Savedroid verfolgt weiter seine Pläne. Aktuell sucht das Unternehmen eine Vielzahl an neuen Mitarbeitern. Aber die Klagen gegen die Firma könnten erneut beträchtlichen Schaden anrichten. Sowohl für das Image des Unternehmens, als auch für die Finanzen.

Ich persönlich gehe nicht davon aus, dass der SVD Token eine große Zukunft hat, da die Anwendung in Märkten wie Deutschland auch im nächsten Jahr noch rechtlich-regulatorisch kompliziert sein wird.

 



Über den Autor

Online Marketer (SEO) // Cryptocurrency & Blockchain Enthusiast seit Anfang 2017 // Founder Cryptonator1337 // Co-Founder Shitcoingraveyard.com

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