Handelskrieg zwischen USA und China – Einfluss auf den Bitcoin Preis?


Überblick:

  • Handelskrieg USA vs. China spitzt sich zu
  • Bitcoin gewinnt als sicherer Hafen an Bedeutung
  • Vor allem Chinesen investieren in Bitcoin

Die Kurse von Kryptowährungen unterliegen seit jeher enormen Schwankungen. Dafür gibt es zahlreiche unterschiedliche Ursachen. Welchen Einfluss hat beispielsweise der Handelskrieg zwischen den zwei Weltmächten USA und China?

Bietet die derzeit angespannte wirtschaftliche Situation für Investoren womöglich sogar Möglichkeiten Gewinne mit Kryptowährungen zu generieren?

Seit über einem Jahr kommt es immer wieder zu neuen Entwicklungen im Handelskrieg zwischen den beiden Großmächten. Doch worum geht es eigentlich überhaupt? Die USA verhängen mittlerweile Zölle auf zahlreiche Produkte aus China. Der Handelswert der besagten Produkte übersteigt dabei mittlerweile mehr als 250 Mrd. $.

Seit Anfang 2018 verhängen die USA Zölle auf bestimmte Produkte. Grundsätzlich wirft Donald Trump chinesischen Firmen vor, dass diese Produkte aus den USA kopieren und sich deren Ideen zunutze machen.

Mit dieser Einschätzung ist der US-Präsident nicht allein, auch hierzulande werden immer wieder Stimmen laut, die die chinesische Produktpiraterie beklagen.

Oftmals hat man bereits auch selbst Erfahrung mit Produkten aus China gemacht, die amerikanischen oder europäischen Produkten verdächtig ähnlich sind.

Worum geht es bei dem Handelskrieg zwischen China und den Vereinigten Staaten von Amerika?

Das Kernargument beziehungsweise die Kernproblematik ergibt sich aus den Folgen derartiger Plagiate. Einerseits gehen den amerikanischen Unternehmen Gewinne ab, wenn sie Konkurrenz haben, die ihre Produkte täuschend echt repliziert.

Andererseits sind die Chinesen letzten Endes auch nicht mehr auf den Import teurer Produkte aus dem Westen angewiesen.

Dadurch entsteht eine Diskrepanz im Handel zwischen den Staaten. Einerseits finden die Produkte aus China immer noch Absatz in den USA, jedoch können die Unternehmen aus den Vereinigten Staaten keine Produkte mehr in China auf den Markt bringen.

Aufgrund zahlreicher Faktoren wie beispielsweise der günstigeren Produktionskosten, wesentlich weniger Investitionen im Bereich Innovation, können die chinesischen Firmen letztendlich ihre amerikanische Konkurrenz übertrumpfen.

Dass dies gewiss nicht im Interesse der amerikanischen Unternehmen und der US-Regierung ist, sollte eindeutig sein.

Darüber hinaus gerieten auch einzelne chinesische Unternehmen ins Visier von Präsident Trump. Zuletzt kam es beispielsweise zu einem Boykott von Huawei in den USA.

Am 15. Mai 2019 rief Donald Trump per Dekret einen nationalen Notstand aus, der zum Ziel hatte die heimische Telekommunikation vor ausländischen Bedrohungen zu schützen.

Ins Visier des Dekrets geriet dabei vornehmlich das chinesische Unternehmen Huawei. Daraus resultiert ein Verbot für sämtliche US-Unternehmen Geschäftsbeziehungen mit den Chinesen zu unterhalten.

Die wichtigsten Ereignisse im Handelskrieg

  • Januar 2018: die USA beginnen Zölle auf Waschmaschinen und Solarmodule aus China zu erheben.
  • März 2018: Es kommen Zölle auf Stahl und Aluminium hinzu, kurz darauf erheben die USA auf weitere aus China importierte Produkte Zölle.
  • April 2018: China reagiert seinerseits und fängt an Zölle auf Autos und Landwirtschaftsprodukte zu erheben.
  • Juni 2018: Mittlerweile werden in den USA auf knapp 6.000 Produktgruppen aus China Zölle erhoben.
  • Juli 2018: Infolge der US-Zölle auf Stahl und Aluminium, wird die Schweiz vor der Welthandelsorganisation WTO vorstellig und ein Begehren um Konsultation im Rahmen eines WTO-Streitbeilegungsverfahrens gestellt.
  • Im selben Monat kommt es zwischen dem Präsidenten der Europäischen Kommission Jean-Claude Juncker und US-Präsident Donald Trump zu einer Vereinbarung bezüglich der Automobilbranche.
  • April 2019: Die USA und China begeben sich in Verhandlungen über die jüngsten Zoll-Maßnahmen, woraufhin jedoch beide Seiten 25% Zollgebühren auf Warenimporte aus den jeweiligen Staaten verlangen. Die Vereinigten Staaten drohen den Chinesen mit 25% Zöllen auf Warenimporten mit einem Gesamtwert von rund 300 Mrd. $. Zum Vergleich: der Gesamtwert des US-Warenhandels (Import und Export) mit China betrug 2018 rund 660 Mrd. $.

Konsequenzen für die USA und China

Selbstredend entstehen durch die Zölle Probleme auf beiden Seiten. Durch diese Streitigkeiten werden  zwei der wichtigsten Weltwirtschaften der Welt negativ beeinträchtigt.

Allein dadurch werden zwangsläufig auch Staaten in Mitleidenschaft gezogen, die mit diesem Handelsstreit nichts zu tun haben. Insbesondere Staaten, welche enge wirtschaftliche Beziehungen mit den USA und China unterhalten, sind davon unmittelbar betroffen.

Einfluss des Handelskrieges auf den Bitcoin Preis

Einen etwaig direkten Einfluss durch den China-USA Handelskrieg auf den Bitcoin Preis zu deuten ist dabei durchaus kompliziert. Zwar legen viele Medien und sogenannte Experten nahe, dass es eine Korrelation gibt, jedoch man zunächst einmal seinen Blick auf den tatsächlichen Kursverlauf lenken.

Bitcoin Preis seit Anfang 2018

Zunächst einmal ist natürlich jedem Investor der große „Crash“ der Kryptowährungen Anfang 2018 ein Begriff. Damals erreichte der Bitcoin beispielsweise sein mit knapp 20.000$ sein All-Time High, fiel jedoch anschließend bis auf 3.400$ Ende 2018.

Der Handelskrieg zwischen den USA und China begann dabei jedoch bekanntermaßen erst Anfang 2018. Der Sinkflug der Kryptowährungen hatte zu diesem Zeitpunkt bereits begonnen.

Womöglich befeuerten die eingeführten Zölle auf Waschmaschinen und Solarmodule aus China den Abstieg, jedoch sind beide Produktgruppen doch eher unerheblich im Hinblick auf das gesamte Handelsvolumen.

Gewiss, allein der Umstand, dass es zu einer solchen handelspolitischen Entscheidung kommen kann, war und ist besorgniserregend, dennoch war zu diesem Zeitpunkt kein eindeutiger Trend erkennbar.

Donald Trump war bereits vorher als US-Präsident, der die Maxime „America First“ vertrat und dementsprechend auch handelte. Dabei war Wirtschaftsexperten bewusst, dass er dementsprechend darauf bedacht war die bestmöglichen Deals für die USA zu erzielen.

Zwar sind Zölle auf Produkte ein legitimes Mittel um diesem Wunsch nachzukommen, jedoch ist jedem klar, dass ein derartiges Handeln auch beträchtliche Konsequenzen mit sich zieht.

Dem US-Präsidenten ist bewusst, dass der Handel mit China dadurch negativ beeinträchtigt wird. Jedoch scheint er dies nahezu bedenkenlos hinzunehmen. Daher ergibt sich die Frage, warum er von seinem Handeln überzeugt ist?

China ist Exportweltmeister

Zunächst einmal ist naheliegend, dass Trump davon ausgeht, dass die USA in einem Handelskrieg mit China den längeren Atem haben werden.

Chinas Wirtschaft ist bereits seit geraumer Zeit ein bedeutender Faktor in der Weltwirtschaft und verzeichnet regelmäßig Wachstumsraten von denen etablierte Industrieländer nur träumen können.

Allerdings basiert auch vieles davon auf ihrer Abhängigkeit von Export. Bereits 2010 hat das Land Deutschland als Exportweltmeister mit einem exportierten Warenwert von mehr als einer Billion Dollar abgelöst.

Shanghai Port Handelskrieg USA China

2017 erreichte das Exportvolumen einen Wert von 2.157 Mrd. $ – die USA sind derzeit mit einem Volumen von 1.546 Mrd. Zweiter und Deutschland mit 1.448 Mrd. $ Dritter. Interessanterweise sind die USA mit einem Anteil von 18.2% an den chinesischen Exporten auch der Hauptabnehmer.

Nüchtern betrachtet würden also neue Zölle auf beiden Seiten natürlich Wirtschaftseinbußen zu Folge haben, allerdings wäre der Schaden für China anteilig eindeutig höher.

Darüber hinaus hat Donald Trump auch andere exportstarke Nationen wie Deutschland im Visier gehabt, jedoch kam es bislang zu keinen Maßnahmen.

Dem US-Präsidenten missfällt, dass die USA ein Handelsdefizit von $500 Mrd. aufweisen, allein davon entfielen $300 Mrd. auf Produktpiraterie durch Unternehmen aus dem Ausland.

Dementsprechend war die Einführung von Zöllen vermutlich vordergründig von dem Gedanken getragen die heimische Wirtschaft zu schützen und zu stärken.

Mit einem derartigen Vorgehen kann man sicherlich seine Ziele kurzfristig erreichen oder zumindest die exportierende Staaten unter Druck setzen ihre Handelspolitik zu überdenken. Trump agiert dabei überaus offensiv und oftmals wird ihm dies von Politikexperten und Analysten als nicht langfristiges Denken ausgelegt.

2019 – Konstanter Bitcoin Preisantieg

Insbesondere seit Jahresbeginn kam es dabei zu einem fast durchgängigen Anstieg des Bitcoin Preises. Seit dem ersten Januar 2019 hat sich der Kurs zwischenzeitlich fast verdreifacht.

Oftmals ist dabei mittlerweile die Rede von Bitcoin als „sicherer Hafen“. Derzeit herrscht in der Wirtschaftswelt eine eher skeptische Haltung vor.

Angesichts der mittlerweile verhärteten Fronten scheint eine Lösung nicht in Sichtweite. Trotz zahlreicher Verhandlungen und Dialoge, wurden dennoch mehr Zölle erhoben, als Probleme aus der Welt geschafft.

Bitcoin Preis 2019 Handelskrieg USA China

Anleger und Investoren sind daher naturgemäß besorgt und suchen ihr Heil beispielsweise in vermeintlich sicheren Assets wie beispielsweise Rohstoffen wie Gold oder eben Kryptowährungen. Insbesondere auch der aktuell überaus schwache Kurs des Yuan ist hier ausschlaggebend.

Bereits oft wurde in der Fachpresse angemerkt, dass Anleger aus Asien überaus Risiko-affin seien und dementsprechend auch gerne in Kryptowährungen investieren. Der Bitcoin Preis scheint dies in jüngster Vergangenheit zu belegen.

Das Geld chinesischer Investoren scheint daher vermehrt in Bitcoin zu wandern. Der Bitcoin Preis scheint sich mittlerweile zunehmend von globalen wirtschaftlichen beeinflussen zu lassen, was Anlegern durchaus Chancen bietet.

Angesichts der derzeit angespannten Situation ist vermutlich davon auszugehen, dass das Volumen weiter zunehmen wird.

Fazit: Der Handelskrieg ist vorteilhaft für Bitcoin

Der Handelskrieg zwischen den USA und China ist für die globale Marktwirtschaft sicherlich negativ, jedoch scheinen die Auswirkungen für Kryptowährungen durchaus vorteilhaft.

Zwar wäre der Kapitalfluss in Zeiten prosperierender Wirtschaft vermutlich ungleich größer, jedoch ist die derzeitige wirtschaftliche Lage ein Faktum angesichts dessen die Preisentwicklung als zumindest unerwarteterweise als überaus positiv gewertet werden darf.

>> [Artikel] Wie man Kryptowährungen korrekt kauft <<



Über den Autor

Krypto-Enthusiast // Autor des Steuern-Bitcoin.com Guides // Rechtswissenschaftler

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